Ellenbogen – Das komplexeste Gelenk des menschlichen Körpers. Es besteht aus 3 Gelenken, jeweils zwischen Oberarmknochen, Elle und Speiche, sowie einer Vielzahl an Bändern und Muskeln, die ihm Stabilität verleihen. Die Vielzahl an wichtigen Gefäßen und Nerven um das Gelenk herum, macht eine hochspezialisierte Herangehensweise notwendig, um die subtilen Pathologien des Ellenbogens behandeln zu können. 

Was ist betroffen?

Der im Volksmund bezeichnete Tennisarm oder auch Epikondylitis humeroradialis bezeichnet ist eine Sehnenerkrankung der Unterarmstreckermuskulatur durch chronische Überlastung. Einerseits kommt er durch Sport wie Tennis oder Golf zustande, aber meistens beruflich bedingt durch langes schrauben, sägen, tippen oder ähnlich monotone Tätigkeiten, vor allem zwischen dem 30 und 55 Lebensjahr.

Beim Tennisarm handelt es sich anfangs um eine Entzündung der Sehnenansätze von Muskeln, die Finger und Handgelenk strecken. Im Laufe der Erkrankungen geht die Entzündung in eine meist irreversible Degeneration der Sehnen über. Der Auslöser ist zumeist, dass die Kraft, die durch die Muskeln ausgeübt werden muss, größer ist als die Muskelstärke selbst.

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Wie wird es festgestellt?

Schmerzen sind an der Außenseite des Ellenbogens ausstrahlend oft bis zum Handgelenk und den Fingern. Eine ähnliche Erkrankung kann auch innenseitig vorkommen, bekannt unter Epikondylitis ulnaris oder Golferellenbogen. Die Diagnose ergibt sich durch eine eingehende Untersuchung und eine Röntgenaufnahme, um knöcherne Ursachen auszuschließen. In einer Magnetresonanztomografie kann dann der Sehnenschaden dargestellt werden.

 

Wie kann man die Beschwerden behandeln?

Die Behandlung erfolgt mit großem Erfolg im Allgemeinen und zu allererst konservativ. Hauptsäulen sind Ruhe, Eis und Dehnung der Unterarmstreckermuskulatur, bestenfalls im Rahmen einer Physiotherapie mit exzentrischem Training. Weiters sind entzündungshemmende Schmerzmittel, Bandagen und vor allem eine fokussierte Stoßwellentherapie Mittel der Wahl. Cortisoninjektionen sollten vermieden werden, da diese, wie zahlreiche Studien belegen nur einen kurzfristigen Effekt haben, aber langfristig das Gewebe schädigen. Die beste Therapieoption sind regenerative Maßnahmen wie Blutplasmainjektionen (PRP oder ACP) oder Stammzellkonzentrate gemeinsam mit einer Stoßßwellentherapie.

Nur bei Nicht-Besserung der Beschwerden trotz intensiver Therapie für zumindest 6 Monate kann ein operativer Eingriff nötig sein. Durch diesen Eingriff kann der Schmerz sehr effektiv gelindert werden und die Sehne meist wieder zur Regeneration gebracht werden. Jedoch bleibt bei den meisten Patienten ein minimaler Kraftverlust zurück. Sportliche und berufliche Betätigungen können durch eine Rehabilitationsphase von 3-6 Monate länger eingeschränkt bleiben.

Der Eingriff kann arthroskopisch oder offen durchgeführt werden, jedoch sollte zuvor immer eine diagnostische Arthroskopie des Ellbogens zum Ausschluß einer Posterolateralen Rotationsinstabilität durchgeführt werden. Beim folgenden operativen Verfahren wird das degenerativ veränderte Sehnengewebe  entfernt und der Knochen am Sehnenansatz angefrischt, sodass eine vollständigere Sehnenheilung erfolgen kann. Nach der Operation soll der Unterarm für 2 Wochen geschont werden und danach im Rahmen einer Heilgymnastik die Unterarmmuskulatur wieder gedehnt und aufgebaut werden. Falls eine Posterlaterale Rotationsinstabilität vorliegen sollte, muß auf ein anderes operatives Verfahren gewechselt werden (siehe Posterolaterale Rotationsinstabilität).

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Was ist betroffen?

Der Bizeps ist ein zweiköpfiger Muskel, der die Schulter mit dem Ellenbogen verbindet und die Beugung im Ellenbogen durchführt. Von der Schulter mit zwei Sehnen kommend verbindet sich der Bizeps im Ellenbogenbereich zu einer Sehne, die großflächig an der Speiche ansetzt.

Dieser Sehnenansatz kann sich Entzündungen (Tendinitis), was zu einer schmerzhaften Teilruptur und abschließend zum Komplettriss führen kann.

Die Bizepstendinitis verursacht Schmerzen in der Ellenbeuge aufgrund der Entzündung. Die Teilruptur führt über die Entzündung zu einer Schwäche und Dysfunktion des Muskels. Der komplette Riss ist ein schweres Weichteiltrauma mit reichlich Blutung und Schwellung.

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Neben dem Schmerz im Ellbogen vor allem bei Belastung, zeigt sich der zunehmende Sehnedefekt in einem Kraftverlust beim Beugen und Umwenden des Ellenbogens, der bis zu 50% beim Beugen und 30% bei Umwendbewegungen betragen kann.

Wie wird es festgestellt?

Die Diagnose der kompletten Bizepssehenruptur zeigt sich klinisch. Ein Ultraschall oder MRT bestätigt die Diagnose und zeigt wie weit sich die Sehne in den Oberarm zurückgezogen hat. Eine Tendinitis oder Teilruptur kann nur mittels MRT oder Ultraschalluntersuchung gesichert werden.

Wie kann man die Beschwerden behandeln?

Eine Ruptur sollte möglichst schnell operiert werden, da sich die Sehne stark zurückziehen kann und dann aufwendige Rekonstruktionen mit Spendergewebe notwendig werden können. Eine Tendinitis, aber auch eine Teilruptur lassen sich primär gut konservativ therapieren. Exzentrisches Training, fokussierte Stoßwellentherapie und ultraschall-gezielte Infiltrationen mit PRP sind erfolgversprechende Maßnahmen.

Bei Versagen der konservativen Therapie oder einem Komplettriss wird in der Operation der Sehnenstumpf angefrischt und wieder in der Speiche verankert. In meiner bevorzugten, jedoch nicht einfachen Technik wird in der Tiefe des Ellbogens unter Schonung wichtiger Nerven und Gefäße der Sehnenstumpf mit einem Metallplättchen in einem Sackloch in der Speiche verankert. Durch diese Operationstechnik mit stabilster Fixierung ist postoperativ keine Ruhigstellung notwendig und ein sofortiges Bewegen möglich. Isometrisches Krafttraining ist erst nach 6 Wochen wieder erlaubt, eine Rückkehr zu manueller Tätigkeit oder Sport erst wieder nach 12 Wochen.

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Was ist betroffen?

Bei der Ellbogensteife verkleben die Weichteile rund um den Ellbogen. Im Gelenk bilden sich Narbenstränge, die die Bewegung einschränken. Verknöcherungen können sich ebenso bilden.

Die Wichtigkeit der Ellenbogenfunktionen sind nicht gleich offensichtlich, jedoch bei verlust äußerst einschränkend, da grundsätzliche Bedürfnisse, wie die Hand an den Kopf zu führen um zu essen, zu trinken, die Nase zu putzen, eine Brille aufzusetzen und vieles mehr davon abhängen.

Bei Unfähigkeit den Ellenbogen zu beugen oder zu strecken oder Umwendbewegung durchzuführen, spricht man von Ellbogensteife oder einer Bewegungseinschränkung.

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Die Ursachen einer Ellbogensteife können vor allem Arthrose, sich einklemmende Gelenkkörper, die Bewegung behindernde Knochenneubildungen oder lange Ruhigstellung im Gips sein.

Wie wird es festgestellt?

Die Diagnose erfolgt nach klinischer Untersuchung und mittels Röntgenbild. Das Ausmaß knöcherner Neubildungen kann am besten auf einer Computertomographie beurteilt werden, in der MRT sieht man vor allem Weichteilverdickungen.

Wichtig ist zuvor festzustellen, warum es zu der Ellenbogensteife kam, da manchmal eine Bandinstabilität dahinterstecken kann, die es dann auch zu behandeln gilt.

Wie kann man die Beschwerden behandeln?

Prinzipiell erfolgt die Behandlung konservativ. Gerade eine reine Weichteilsteife mit Verdickung von Gelenkkapsel, Sehnen und Bänder kann sehr gut mit Physiotherapie und ultraschall-gezielter Hydrodilatation behandelt werden. Dies erfolgt analog zur Schulter, wobei das Gelenk mit einer Mischung aus Lokalanästhetikum, Cortison und viel Natriumchloridlösung aufgeblasen wird.

Hartnäckige Weichteilsteifen oder durch knöcherne Ursachen hervorgerufene Ellenbogensteifen bedürfen dann eines operativen Vorgehens mittels Arthroskopie, Kapselmobilisation, Entfernung der knöchernen Hindernisse und eventuell Nervenmobilisation. Wichtig ist postoperativ den Ellenbogen sofort und konsequent zu mobilisieren, am besten unter einer Schmerzblockade in dem das Arm-Nervengeflecht ausgeschalten wird.

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Was ist betroffen?

Eine Arthrose am Ellenbogen ist aufgrund der weniger starken Belastung seltener als in anderen Gelenken und macht auch weniger Schmerzen. Vorherrschend sind vor allem die Bewegungseinschränkung, welche das Hauptproblem darstellen.

Ursachen der Ellenbogenarthrose sind Brüche, die durch direktes Trauma, aber auch durch leichte Änderungen in der Mechanik des Ellbogens, eine posttraumatische Arthrose hervorrufen, wobei auch nur Tele des Gelenks betroffen sein können. Eine normale Ellenbogengelenkabnützung ist selten, kann aber bei gewissen manuellen Tätigkeiten, wie Arbeit mit dem Schremmhammer auftreten.

Durch wiederholtes Mikrotrauma, wie z.B. beim Boxen oder auch nach Brüchen können sich freie Gelenkkörper bilden, die zu einer Einklemmungssymptomatik führen.

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Dies und die Abnützung des Knorpels führen zu schmerzhaften Gelenkschleimhautentzündungen mit Schwellungen. Patienten mit einem geschwollenen Ellenbogen können diesen dann nur mehr sehr eingeschränkt beugen und strecken.

Wie wird es festgestellt?

Ein Röntgenbild zeigt die Abnützung und auch schon freie Gelenkkörper im Ellenbogen. Mittels MRT können die Knorpelläsionen und im CT dann die freien Gelenkkörper genau lokalisiert werden

Wie kann man die Beschwerden behandeln?

Eine Arthrose, vor allem im Ellenbogengelenk kann sehr lange erfolgreich konservativ behandelt werden. Bewegungstherapie, manuelle Gelenkdistraktion und vor allem dann regenerative Maßnahmen wie ultraschall-gezielte Injektionen mit PRP, gegebenenfalls Stammzellkonzentraten und Hyaluronsäure können das Gelenksmilieu regenerieren und die Reibung vermindern, sodass die Entzündungsreaktion unterbunden wird.

Bei Versagen der konservativen Therapie oder bei Einklemmungserscheinungen wegen freier Gelenkkörper ist ein operativer Eingriff mittels Arthroskopie zur Entfernung der schmerzenden Gelenkshaut, freier Gelenkskörper und scharfkantiger Osteophyten empfohlen. Nach einem derartigen Eingriff soll man den Ellenbogen sofort wieder bewegen und Schmerzen im Idealfall 5-7 Jahre zurückgedrängt.

Nur in seltenen Fällen einer ausgeprägten Arthrose ist ein Oberflächen -oder Gelenkersatz notwendig.

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Was ist betroffen?

Chronische Überlastungen, wiederholte Mikrotraumata oder auch größere Traumen können zu Verletzungen des Seitenbandapparates am Ellenbogen und somit zu Instabilitäten führen. Oft können diese Schmerzen als mediale oder laterale Epikondylitis (Tennis- bzw Golferellenbogen) fehlinterpretiert und dementsprechend lange ohne Erfolg konservativ behandelt werden.

In erster Linie bergen Wurf- und Schlagsportarten, sowie immer wiederkehrende Überlastungen und Mikrotraumata am Ellenbogen neben großen Verletzungen wie Ellenbogenluxation die Gefahr einer bleibenden Instabilität. Vor allem die primäre Verdachtsdiagnose Epikondylitis und deren Behandlung mit Cortisoninfiltrationen kann zu einer weiteren Verletzung des Seitenbandapparates beitragen.

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Wie wird es festgestellt?

Die Diagnose einer Ellenbogeninsatbilität bzw Seitenbandverletzung gestaltet sich oft schwierig. Der Patient kommt typischerweise nicht mit der Beschwerde über eine Instabilität zum Arzt, sondern berichtet über das unspezifische Symptom „Schmerz“. Die klinische Untersuchung einer Seitenbandinstabilität erfolgt durch eine Stressprüfung des Seitenbandapparates. Innenseitig läßt sich eine Instabilität in der Regel sehr gut diagnositizieren. Die häufiger auftretende Posterolateralen Roationsinstabilität an der Aussenseite kann allerdings oft nur ungenügend erfasst werden. Das Problem ist, dass durch die muskuläre Vorspannung beim wachen Patienten kaum aussagekräftig ist. Erst in der Narkoseuntersuchung oder unter arthroskopischer Kontrolle zeigt ein Provokationstest die wahre Instabilität. Weil bei der Posterolateralen Rotationsinstabilität die anatomische Einheit Speiche und Elle sich aus dem Gelenk zum Oberarm aufgrund einer Instabilität des radialen (äußeren) Seitenbandkomplexes herausdreht, wird diese Rotationsbewegung oft auch als Unfallmechanismus bekanntgegeben.

Eine MRT-Untersuchung ist ebenfalls eine sehr empfindliche Untersuchung um eine Verletzung des Seitenbandapparates festzustellen. Oft wird der Befund leider als Entzündung fehlinterpretiert und auch der Schweregrad der Instabilität lässt sich nicht feststellen, da die MRT eine statische Untersuchung ist. Begleitpathologien wie freie Gelenkkörper, Knorpelschäden, Subluxationsstellungen des Gelenks, etc. können aber sehr gut dargestellt werden.

Letzendlich ist die diagnostische Ellenbogenarthroskopie die letzte Instanz eine Posterolaterale Rotationsinstabilität verläßlich zu erfassen und eine Rekonstruktion der insuffizienten Bänder mit körpereigenen Sehnen durchzuführen um die Gelenksstabilität wiederherzustellen.

Wie kann man die Beschwerden behandeln?

Die Behandlung erfolgt ausschließlich operativ in dem das gerissene Band rekonstruiert wird. Dies geschieht mit einem kombinierten Eingriff von arthroskopischem und offenem Vorgehen. Nachdem die Instabilität in der Ellenbogenarthroskopie festgestellt wurde, wird offen ein Stück der Trizepssehne entnommen und diese dann als Bandersatz zwischen Oberarmknochen und Elle eingeflochten. Postoperativ muss eine Schiene für 6 Wochen getragen werden, wobei in den letzten 2 Wochen schon Bewegungen erlaubt sind. Danach wird ein schrittweiser Muskelaufbau durchgeführt. Eine Vollbelastung ist nach 3 Monaten wieder möglich. Die Operation hat eine Erfolgsrate von über 90%, jedoch nur, wen sie von einem Spezialisten durchgeführt wird, da es sich um einen äußerst komplexen Eingriff handelt.

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