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Tennisarm – Epikondylitis radialis

Der im Volksmund bezeichnete Tennisarm ist eine Sehnenerkrankung der Unterarmstreckermuskulatur durch chronische Überlastung. Einerseits kommt er durch Sport wie Tennis oder Golf zustande, aber meistens beruflich bedingt durch langes schrauben, sägen, tippen oder ähnliche monotone Tätigkeiten, vor allem zwischen dem 30 und 55 Lebensjahr.

 

Beim Tennisarm handelt es sich anfangs um eine Entzündung der Sehnenansätze von Muskeln die Finger und Handgelenk strecken. Im Laufe der Erkrankungen geht die Entzündung in eine meist irreversible Degeneration der Sehnen über. Der Auslöser ist meist, wenn die Kraft, die durch die Muskeln ausgeübt werden muß, größer ist als die Muskelstärke selbst. Schmerzen sind an der Außenseite des Ellenbogens ausstrahlend oft bis zum Handgelenk und den Fingern. Eine ähnliche Erkrankung kann auch innenseitig vorkommen, bekannt unter Epikondylitis ulnaris oder Golferellenbogen.

 

Voraussetzungen sind

  • exzessives Spielen oder repetitive Armbewegungen,
  • ein Muskelungleichgewicht oder Überbelastung,
  • sowie falsche Ausrüstung, die Beschwerden noch verstärkt.

 

Konservative Behandlung

Die Behandlung erfolgt mit großem Erfolg im Allgemeinen und zu allererst konservativ. Hauptsäulen sind Ruhe, Eis und Dehnung der Unterarmstreckermuskulatur, bestenfalls im Rahmen einer Physiotherapie. Weiters können entzündungshemmende Schmerzmittel, Cortisoninjektionen, Eigenblutinjektionen (ACP) und Bandagen nötig sein. Wenn der Auslöser des Tennisarms vermieden wird, dauert die Behandlung gewöhnlich 3 Monate.

 

Operative Behandlung

Nur bei Nicht-Besserung der Beschwerden trotz intensiver Therapie für zumindest 6 Monate kann ein operativer Eingriff nötig sein. Durch diesen Eingriff kann der Schmerz sehr effektiv gelindert werden und die Sehne meist wieder zur Regeneration gebracht werden. Jedoch bleibt bei den meisten Patienten ein minimaler Kraftverlust zurück. Sportliche und berufliche Betätigungen können durch eine Rehabilitationsphase von 3-6 Monate länger eingeschränkt bleiben.

 

Der Eingriff kann arthroskopisch oder offen durchgeführt werden, jedoch sollte zuvor immer eine diagnostische Arthroskopie des Ellbogens zum Ausschluß einer Posterolateralen Rotationsinstabilität durchgeführt werden. Beim folgenden operativen Verfahren wird das degenerativ veränderte Sehnengewebe  entfernt und der Knochen am Sehnenansatz angefrischt, sodaß eine vollständigere Sehnenheilung erfolgen kann. Nach der Operation soll der Unterarm für 2 Wochen geschont werden und danach im Rahmen einer Heilgymnastik die Unterarmmuskulatur wieder gedehnt und aufgebaut werden. Falls eine Posterlaterale Rotationsinstabilität vorliegen sollte, muß auf ein anderes operatives Verfahren gewechselt werden (siehe Posterlaterale Rotationsinstabilität).